Vorfälligkeitsentschädigung und Aufhebungsentgelt bei Vorzeitiger Ablösung eines Darlehens

Darlehen, die z.B. durch eine Grundschuld oder Hypothek abgesichert sind und für die über eine bestimmte Laufzeit ein fester Zinssatz vereinbart worden ist, können unter bestimmten Voraussetzungen auch während der Zinsfestschreibungsphase vorzeitig gekündigt bzw. abgelöst werden, wenn der Darlehensnehmer ein berechtigtes Interesse hieran hat (z.B. bei Umzug, Scheidung, Erweiterung des ursprünglichen Kredits, Arbeitslosigkeit, etc.).

Für die vorzeitige Ablösung des Darlehens kann die Bank jedoch einen Zinsausfallschaden, die sog. Vorfälligkeitsentschädigung oder das Aufhebungsentgelt verlangen. Ist der Darlehensbetrag noch nicht ausgezahlt worden, spricht man von der sog. Nichtabnahmeentschädigung.

Oftmals sind die Berechnungen, die Sie von Banken erhalten, falsch und überhöht: So werden häufig Sondertilgungsvereinbarungen oder Ratenerhöhungsmöglichkeiten nicht berücksichtigt.

Hat die Bank selbst das Darlehen bspw. wegen Zahlungsverzuges gekündigt, ist nach Auffassung des BGH die zusätzliche Forderung einer Vorfälligkeitsentschädigung neben den Verzugszinsen nicht erlaubt. Dies hat der BGH im Rahmen der mündlichen Verhandlung zu dem Urteil Az. XI ZR 512/11 am 15.01.2013 festgestellt.

Nach Auffassung des OLG Frankfurt am Main (Az. 23 U 50/12 vom 13.04.2013) dürfen die Banken kein zusätzliches Bearbeitungsentgeltes bzw. einer Bearbeitungsgebühr für die Berechnung der Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.

Um Ihre Rechte diesbezüglich zu wahren, sollte die Vorfälligkeitsentschädigung etwaig „unter Vorbehalt“ gezahlt werden.