Insolvenz German Pellets GmbH: Möglichkeiten für betroffene Anleger

++ 10.02.016: German Pellets GmbH reicht Insolvenzantrag ein ++

++ 12.02.2016: Staatsanwalt leitet Ermittlungsverfahren ein / Strafanzeige gegen Unternehmensgründer Leipold ++

++ 04.03.2016: Wiederaufnahme der Produktion ++

Wie heute bekannt wurde soll heutigen Tage die Produktion bei German Pellets wieder anlaufen. Nach Angaben der Insolvenzverwaltung sei es sinnvoll, die Produktion wieder aufzunehmen, um das Interesse potentieller Investoren/Käufer zu wecken. Dies hat der Sprecher der vorläufigen Insolvenzverwalterin Herr Wolfgang Weber-Thedy bestätigt.

Seinen Angaben zufolge, sollen bisher 122 Kaufinteressenten ihr Interesse an dem Unternehmen gezeigt haben. Zu den Interessenten sollen Finanzinvestoren wie auch Industrieunternehmen aus der Branche gehören. Ziel sei eine Gesamtlösung für die gesamte Firmengruppe zu finden. Diese positive Entwicklung ist zumindest ein Hoffnungsschimmer, dass im Rahmen der Insolvenz für die Anleger eine einigermaßen gute Quote erzielbar sein könnte. Deshalb ist es unseres Erachtens umso wichtiger, dass betroffene Anleger im Rahmen der Anmeldung der Forderungen zur Insolvenztabelle richtig agieren.

Betroffene Anleger sollten jetzt mögliche Schritte zur Sicherung Ihrer Rechte vom Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht prüfen lassen.

Nutzen Sie unsere kostenfreie Ersteinschätzung

Hintergründe

Die German Pellets GmbH hat als Hersteller von Brennstoffen zwischen 2011 und 2014 drei Anleihen platziert. Investiert haben die Anleger in Mittelstandsanleihen und Genussrechte des Unternehmens. Hierbei handelt es sich dem Grunde nach um Darlehen, die die Anleger dem Unternehmen zur Verfügung stellen. Im Gegenzug erhalten die Anleger Zinsen. Diese Anleihen wurden teilweise auch an der Börse gehandelt. Schon Anfang des Jahres sind die Kurse der Anleihen dramatisch gefallen und notierten zuletzt zwischen 0,2 und knapp 2 Prozent des Nennwertes.

Platziert wurden drei nicht nachrangige, börsennotierte Anleihen mit einem platzierten Volumen von 252 Millionen Euro. Am 31.03.2016 endet die Laufzeit der € 80 Mio.-Anleihe 2011/2016. Die zwei anderen Anleihen haben Laufzeiten bis Juli 2018 (€ 72 Mio.) und bis November 2019 (€ 100 Mio.). Weiterhin wurden Genussrechte im Volumen von € 13,5 Mio. platziert.

Schon in den vergangenen Wochen mehrten sich die Gerüchte um den finanziell angeschlagenen Hersteller von Brennstoffen. Am 10.02.2016 hat das Unternehmen nun einen Insolvenzantrag gestellt. Die Unternehmensführung wollte nach eigenen Angaben eine Insolvenz in Eigenverwaltung durchführen und die Geschäfte in vollem Umfang weiterführen.

Die Eigenverwaltung bedeutet, dass die bisherige Geschäftsführung die Verfügungsgewalt über das Unternehmen behält und dieses fortführt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Insolvenzverfahren, in dem die Unternehmensführung die Kontrolle an den Insolvenzverwalter abgibt, bleibt die Verfügungsgewalt und Finanzhoheit bei der Geschäftsführung, wobei ihr aber ein Sachwalter an die Seite gestellt, wird.

Das zuständige Insolvenzgericht Schwerin hat jedoch eine solche Eigenverwaltung abgelehnt und mit Beschluss vom 10.02.2016 Frau Rechtsanwältin Bettina Schmudde als vorläufige Insolvenzverwalterin eingesetzt. Es wird nun wohl ein klassisches Insolvenzverfahren durchgeführt werden und es steht zu befürchten, dass die Anleger ihr investiertes Kapital (insgesamt mehr als EUR 250 Mio.) zu einem Großteil verlieren werden.

Im weiteren wird das Insolvenzgericht entscheiden, ob das Insolvenzverfahren endgültig eröffnet wird. Damit ist nach Angaben der Insolvenzverwalterin allerdings nicht vor April 2016 zu rechnen.

Forderungsanmeldung im Insolvenzverfahren

Dann sollten betroffene Anleger ihre Forderungen auf Rückzahlung bei der Insolvenzverwalterin zur Insolvenztabelle anmelden. Welche Insolvenzquote hier zu erwarten ist, lässt sich derzeit noch nicht vorhersagen.

Anleger sollten unseres Erachtens im Rahmen der noch vorzunehmenden Forderungsanmeldung folgendes beachten:

In der Vergangenheit wurde in solchen Verfahren häufig ein gemeinsamer Vertreter für die Forderungsanmeldung gewählt. Die Aufgabe eines etwaigen gemeinsamen Vertreters ist die Anmeldung von rein vertraglichen Ansprüchen. Wir beabsichtigen im Rahmen dieser Wahl als gemeinsamer Vertreter zu kandidieren.

Hier ist jedoch zu betonen, dass ein gemeinsamer Vertreter jeweils nur die rein vertraglichen Ansprüche anmelden kann. Schadensersatzansprüche aufgrund fehlender Risikoaufklärung in den Emissionsprospekten und aus unerlaubter Handlung können von einem gemeinsamen Vertreter nicht angemeldet werden. Diese müssen detailliert begründet werden. Fehlt eine solche detaillierte Begründung ist die Forderungsanmeldung unwirksam. Grundsätzlich kann diese Anmeldung auch durch den Gläubiger persönlich erfolgen. Ein Anwaltszwang ist hier nicht gegeben. Allerdings besteht häufig die Gefahr, dass Anmelde- und Begründungsfehler zur Unwirksamkeit der Anmeldung führen können. Solche Fehler lassen sich durch anwaltliche Hilfe vermeiden.

Besonderheit bei Genussrechtsinhabern:

Genussrechtsinhaber sollten zusätzlich noch beachten, dass ihre Forderungen im Insolvenzverfahren grundsätzlich nachrangig sind. Dies führt dazu, dass Genussrechtsinhaber hinter den anderen Gläubigern bedient werden. Dies könnte hier dazu führen, dass Genussrechtsinhaber „leer ausgehen“ könnten. Etwas anderes gilt dann, wenn die Nachrangklausel unwirksam ist und die Anleger in den ersten Rang im Insolvenzverfahren gelangen können. Dies gilt es im Rahmen des Insolvenzverfahrens durchzusetzen und zur Sicherung des eingesetzten Kapitals beizutragen.

Schadensersatzansprüche aufgrund fehlender Risikoaufklärung in den Emissionsprospekten und aus unerlaubter Handlung unterliegen nicht dieser Nachrangigkeit, so dass die Anmeldung solcher Forderungen eine weitere Möglichkeit darstellt, eventuell eine höhere Quote im Insolvenzverfahren zu erreichen. Solche Ansprüche müssen im Insolvenzverfahren jedoch hinreichend und fehlerfrei begründet werden.

Weitere Möglichkeiten

Betroffene Anleger sollten jedoch auch noch weitere Möglichkeiten nutzen, zeitnah reagieren und anwaltlichen Rat einholen, um mögliche Schadensersatzansprüche prüfen zu lassen und alle rechtlichen Möglichkeiten auszuschöpfen. In Betracht kommen hier Schadensersatzansprüche gegenüber den Prospektverantwortlichen bei der German Pellets GmbH. Auch eine Vermittlerhaftung könnte in Betracht kommen.

Sie sollten als geschädigter Anleger jetzt zeitnah Schritte zur Sicherung möglicher Ansprüche einleiten und sich von einem versierten Fachanwalt im Bank- und Kapitalmarktrecht beraten lassen, da hohe Verluste zu befürchten sind.

Zum einen sollten jetzt die Rechte in der Insolvenz gesichert werden. Wichtig ist hier, dass die Interessen der Anleihegläubiger im Insolvenzverfahren gebündelt werden. Hierzu haben wir die Interessengemeinschaft „German Pellets – Geschädigte“ ins Leben gerufen, um besorgten Anlegern wichtige Informationen an die Hand zu geben und deren Interessen zu bündeln. Besorgte Anleger können der Interessengemeinschaft beitreten. Der Beitritt zur Interessengemeinschaft ist kostenlos. Nutzen Sie zum Beitritt unser Kontaktformular oder senden Sie uns einfach eine E-Mail (woehrle@ws-anwaelte.de).

Weiterhin sollten bereits jetzt Ansprüche auf Schadensersatz gegenüber den Verantwortlichen und Vermittlern geprüft und auch zeitnah geltend gemacht werden. Auch hier ist die Bündelung der Interessen in einer Interessengemeinschaft wichtig und sinnvoll.

Wir vertreten Sie gerne im Insolvenzverfahren und bei der Durchsetzung von Schadensersatzansprüchen aufgrund von Prospekthaftung und Vermittlerhaftung.

Herr Rechtsanwalt Wöhrle von der Rechtsanwaltskanzlei Wöhrle & Schick ist Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht und ist Ihr Ansprechpartner in diesem Bereich. Er informiert Sie gerne über das mögliche weitere Vorgehen und Ihre möglichen Ansprüche. Rufen Sie uns einfach unter der Nummer 0671/2983260 an oder senden Sie eine E-Mail an woehrle@ws-anwaelte.de.

Im Rahmen unserer unverbindlichen und kostenfreien Ersteinschätzung informieren wir Sie über Ihre rechtlichen Möglichkeiten zur Sicherung und Durchsetzung Ihrer Ansprüche. Wir zeigen Ihnen den effektivsten und kostengünstigsten Weg auf.