Lebensversicherungsfonds

Wirtschaftlicher Hintergrund

In Deutschland hat im Durchschnitt jeder Deutsche mindestens eine Lebensversicherung abgeschlossen. Im Jahr 2007 bestanden rund 94 Mio. Versicherungsverträge mit einem Beitragsaufkommen in Höhe von ca. EUR 75 Mrd. Mit diesem Prämienvolumen ist der deutsche Lebensversicherungsmarkt der fünftgrößte Versicherungsmarkt der Welt.

Diese Zahlen verdeutlichen, welches Potential für Lebensversicherungsfonds, die in den Zweitmarkt von Lebensversicherungen investierten, besteht. Lebensversicherungen an sich haben in Deutschland auch den Ruf als besonders sichere Anlage. Man darf jedoch die Investition in einen Lebensversicherungsfonds nicht mit der Investition in eine klassische Lebensversicherung verwechseln. Die Risiken sind bei einem Lebensversicherungsfonds ungleich höher, worauf die Vermittler und Banken jedoch häufig nicht hingewiesen haben, woraus sich für viele Anleger Schadensersatzansprüche ergeben können.

Geschlossene Lebensversicherungsfonds investieren in Lebensversicherungen, die auf dem Zweitmarkt in Deutschland, Großbritannien oder den USA gehandelt werden. Verkäufer der Lebensversicherungen sind Versicherungsnehmer, die ihren Vertrag vor dem Ende der Laufzeit kündigen wollen. Dies ist häufig bei finanziellen Notlagen der Fall.

Den Versicherungsvertrag jedoch einfach nur zu kündigen ist für den Versicherungsnehmer mit erheblichen Nachteilen verbunden. In diesem Fall ist die Versicherung nur zur Zahlung des Rückkaufswertes verpflichtet, der jedoch weit unter dem reellen Wert der Lebensversicherung liegt. Grund für diesen erheblichen Wertverlust ist, dass mit den Beiträgen zunächst Provisionen der Vermittler und auch laufende Kosten gezahlt werden. Im Fall der Kündigung ausländischer Lebensversicherungen findet zum Teil überhaupt keine Erstattung von Beiträgen statt. Durch den Verkauf der Lebensversicherung auf dem Zweitmarkt kann der Versicherungsnehmer üblicherweise einen deutlich über dem Rückkaufswert liegenden Erlös erzielen.

Typen und Funktionsweise von Lebensversicherungsfonds

Üblicherweise erfolgt die Investition in bereits bestehende Lebensversicherungen über sog. Publikumsgesellschaften in Form einer Kommanditgesellschaft (GmbH & Co. KG). Bei der GmbH und Co. KG (Kommanditgesellschaft) beteiligen sich die Anleger entweder als Direktkommanditisten oder über einen Treuhänder als Treugeber. Diese Gesellschaft kauft auf dem Zweitmarkt die entsprechenden Versicherungen auf dem Zweitmarkt in Deutschland, USA oder Großbritannien auf. Der Fonds übernimmt sodann die Rechtsstellung des durch den Versicherungsvertrag Begünstigten und zahlt die Prämien bis zum Ende der Laufzeit weiter. Bei Eintritt des Versicherungsfalles erhält der Fond die Versicherungssumme. Je früher der Versicherungsnehmer stirbt, desto größer ist der Profit für den Fonds.

Risiken für die Anleger

Vordergründig erscheint die hier gewählte Konstruktion als lukrativ. Leider zeigt die Realität, dass eine ganze Reihe von Lebensversicherungsfonds eine Fehlinvestition für die Anleger waren. In diesen Fällen haben sich nämlich oftmals die erheblichen Risiken verwirklicht, auf die oftmals durch die Berater nicht hingewiesen wurde. Zu nennen sind hier unter anderem folgende:

  • Es besteht ein erhebliches Prognoserisiko. Alle Renditeprognosen basieren auf vergangenheitsbezogenen Marktdaten. Bei Lebensversicherungen hängt die erzielbare Rendite neben der garantierten Ablaufleistung vor allem auch von den zusätzlich von den Versicherungen gezahlten Überschüssen ab. Dies birgt eine Gefahr in sich, die sich im Rahmen der Finanzkrise dadurch verwirklichte, dass die Überschussbeteiligungen drastisch sanken.
  • Ein weiteres Risiko besteht darin, dass der Fonds sein Policen-Portfolio erst nach und nach aufbaut, so dass die Struktur des Investments nicht fest steht. Hierbei handelt es sich um das sog. Blind-Pool-Risiko.
  • Ein Unsicherheitsfaktor liegt darüber hinaus in den prognostizierten Lebenserwartungen der Versicherten. Oftmals haben sich die von den medizinischen Gutachtern prognostizierten Sterblichkeitsraten als falsch erwiesen, so dass der Fonds höhere Prämienleistungen aufwenden musste.
  • Ein weiteres Risiko besteht darin, dass es zu Liquiditätsengpässen kommen kann, wenn erwartete Rückflüsse nicht in der erwarteten Höhe erzielt werden. In diesem Fall könnten dann die Versicherungsprämien weitergezahlt werden. Dies wiederum hat zur Folge, dass das Portfolio unter Umständen zu ungünstigen Bedingungen aufgelöst werden müsste.
  • Die fehlende Handelbarkeit ist ein weiteres Risiko.

Wie unsere langjährige Erfahrung leider zeigt, wurde jedoch in den wenigsten Fällen über die für die Anlageentscheidung relevanten Punkte und Risiken aufgeklärt. Vielmehr wurden weit überzogene Renditeprognosen angeführt, die jeglicher Grundlage entbehrten. Über das greifbare Totalverlustrisiko wurde meist nicht aufgeklärt.

Wir sind der Auffassung, dass sich betroffene Anleger gegen die Falschberatung, die zu enormen Vermögensverlusten geführt hat, zur Wehr setzen sollten.

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen hierbei zur Seite. Wir haben die jahrelange Erfahrung im Kapitalanlagerecht, um Ihre Rechte professionell und effektiv durchzusetzen. Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater prüfen, ob Ihnen Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen zustehen und setzen diese dann auch für Sie durch.

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Aktuelle Fälle z.B.:

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  • WestLB Trust GmbH & Co. Trust Eins KG (West LB Trust 1)
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