1. Allgemeine Struktur von Schiffsbeteiligungen (Schiffsfonds)

Schiffsbeteiligungen (oder auch Schiffsfonds) zählten seit den 70er Jahren bis zum Jahr 2008 zu den beliebtesten Anlageformen auf dem Markt der geschlossen Fonds. In diesem Zeitraum haben Anleger rund EUR 30 Mrd. in dieses Anlagesegment investiert. Die Beliebtheit resultierte im Wesentlichen aus den möglichen Steuervorteilen und den teilweise guten Renditen aufgrund der bis zum Jahr 2007 relativ hohen Frachtraten. Investiert wurde überwiegend in den Bau oder Kauf von Containerschiffen. In der Regel erwirbt der Schiffsfonds ein Schiff direkt von der Bauwerft. Dieses Schiff wird dann an eine Charter-Reederei vermietet (verchartert). Hierdurch sollen Gewinne für die Anleger erwirtschaftet werden.

Die Gelder für den Erwerb der Schiffe erhalten die geschlossenen Fonds von den Anlegern, die sich meist als Direktkommanditisten oder über einen Treuhänder an der Fondsgesellschaft beteiligen. Diese Fondsgesellschaft ist meist als eine GmbH & Co. KG konzipiert. Für den Anleger handelt es sich um eine unternehmerische Beteiligung.

2. Risiken von Schiffsbeteiligungen (Schiffsfonds)

Schiffsfonds bergen eine Reihe von wirtschaftlichen Risiken für die Anleger in sich. Über diese Risiken wurden Anleger oftmals von Anlagevermittlern und Banken nicht richtig aufgeklärt. Risiken wurden oftmals verharmlost bzw. bei der Beratung völlig ausgeklammert, um die Anleger zu Investitionen zu bewegen. Risiken sind zum Beispiel:

  • Herstellungsrisiko und Lieferungsrisiko
  • Betriebskostenrisiko
  • Währungsrisiko (Kursrisiken)
  • Off-Hire Risiko (Entfallen der Charterrate aufgrund verschiedener Umstände)
  • Steuerrisiken
  • Finanzierungsrisiko
  • Terrorrisiken (Piraterie usw.) und Kriegsrisiken

Dies sind nur einige der Risiken die von den Anlegern getragen werden und über die entsprechend aufzuklären wäre.
Durch die Finanzmarktkrise und der darauf beruhenden weltweiten Rezession kam es zu einem signifikanten Einbruch der Charterraten in allen Größen- und Typklassen. Eine enorme Überkapazität an Schiffen war und ist noch heute die Folge.

Diese Gründe hatten selbstverständlich gravierende Einflüsse auf die Rendite der Schiffsfonds. In vielen Fällen führte der Einbruch zu Insolvenzen mit gravierenden Folgen für die Anleger. Diese verlieren nicht nur ihr Kapital, sondern sollen zum Teil zusätzlich dazu verpflichtet werden, noch weitere Gelder für die in finanzielle Not geratenen Fonds nachzuschießen. Hierdurch erhöht sich der bereits entstandene Schaden nochmals.

Insgesamt bleibt festzuhalten, dass Anleger oftmals über bestehende Risiken von den Anlagevermittlern und den Banken nicht aufgeklärt wurden. In solchen Fällen stehen den Anlegern möglicherweise Schadensersatzansprüche wegen Falschberatung zu und können gegen die beratende Bank, den Anlageberater, aber auch gegen die Gründungsgesellschafter und den Vertrieb des Schiffsfonds gerichtet werden. Hierdurch kann sich der Anleger möglicherweise von seiner Beteiligung trennen, ohne Verluste zu erleiden.

Wir vertreten weiterhin Anleger, die darüber hinaus von den Schiffsfondsanbietern zusätzlich auf die Rückzahlung von bereits gezahlten gewinnunabhängigen Ausschüttungen verklagt wurden (Rückforderung von Ausschüttungen). Gestützt wurden die Klagen auf Regelungen in den jeweiligen Gesellschaftsverträgen.

Auf diese Gefahren und auf viele weitere Gefahren wurden die Anleger häufig nicht hingewiesen. Der Bundesgerichtshof hat jedoch aktuell einige dieser Klauseln als unwirksam angesehen und die gegenteiligen Entscheidungen der erstinstanzlichen Gerichte aufgehoben. Dies zeigt, dass es für Anleger wichtig ist, sich von einem versierten Rechtsanwalt im Bankrecht und dem Kapitalmarktrecht vertreten zu lassen.

Unsere Rechtsanwälte stehen Ihnen hierbei gerne zur Seite. Wir haben die jahrelange Erfahrung im Kapitalanlagerecht, um Ihre Rechte professionell und effektiv durchzusetzen. Unsere Rechtsanwälte und Steuerberater prüfen, ob Ihnen Schadensersatzansprüche gegen die Verantwortlichen zustehen und setzen diese dann auch für Sie durch.

3. Fälle

  • Atlantic Schiffsfonds
  • BS Invest
  • Bluewater Capital Fonds
  • BOTAG-Schiffsfonds
  • CFB-Fonds
  • ConRendit-Fonds
  • CONTI-Fonds
  • Dr. Peters Schiffsfonds
  • FFH Fondshaus Hamburg
  • GEBAB Schiffsfonds
  • Hannover Leasing
  • Hansa Treuhand Gruppe
  • Hansa Hamburg Shipping
  • HCI Capital
  • HTB Hanseatische Schiffsfonds
  • Ideenkapital Navalia
  • IGB Schiffsfonds
  • KGAL Schiffsfonds
  • König & Cie. Schiffsfonds
  • Lloyd-Fonds
  • MCE Schiffskapital AG
  • MPC Schiffsfonds
  • Nordcapital GmbH Schiffsfonds
  • Nordkontor AG
  • Oltmann Gruppe
  • OwnerShip Emissionshaus
  • Schifffahrtsgesellschaft M/S „Helene Braren“ GmbH & Co. KG
  • Vega Reederei